Sänger- und Musikantenwallfahrt

Die im Vier-Jahres-Takt stattfindende Sänger- und Musikantenwallfahrt wurde bei ihrer elften Austragung unter dem Leitspruch „Fürchtet euch nicht…“ von 28. bis 30. September in Mariazell gefeiert.

Auf dem Programm standen unter anderem die Begrüßungsandacht beim Gnadenaltar in der Basilika, ein Symposion zum Thema „Fürchtet euch nicht…“, eine Fußwallfahrt von St. Sebastian nach Mariazell mit anschließendem Einzug, die feierliche Lichterprozession, das Tanzfest mit vielen internationalen Musikgruppen, die lange Nacht der Andacht und der Festgottesdienst beim Hochaltar in der Basilika, welcher die Veranstaltung traditionell abschließt. Organisiert wurde die Wallfahrt vom Verein der Freunde und Förderer der Mariazeller Wallfahrt, dieses Jahr erstmalig unter der Leitung von Andreas Schweiger und Vinzenz Härtel. Die geistliche Wallfahrtsleitung übernahm Erzabt von St. Peter / Salzburg, Dr. Korbinian Birnbacher OSB.

Einkleidefest zur Sänger- und Musikantenwallfahrt

Vor 600 Jahren hat man begonnen, für die Mariazeller Gnadenstatue Kleider zu nähen und Mutter und Kind mit vergoldeten Silberkronen zu schmücken. Diese Kleider wurden von adeligen Damen gespendet und waren sehr kostbar. Sie werden „Liebfrauenkleider“ genannt und in der Schatzkammer aufbewahrt.

Solche „Liebfrauenkleider“ werden auch heute noch angefertigt und von den unterschiedlichsten Wallfahrtsgruppen als Geschenk und Danksagung an die Mutter Gottes dargebracht. Anlässlich der elften Sänger- und Musikantenwallfahrt war es ein Anliegen des Vereins der Freunde und Förderer der Mariazeller Wallfahrt der Magna Mater Austriae ein Kleid zu schenken. Da die Mariazeller Apotheke zur Gnadenmutter in ihrem Logo die Muttergottes zeigt und dieses Jahr ihr 300-jähriges Bestehen feiert, übernahm Frau Dr. Angelika Prentner die Patenschaft. Angefertigt wurde das Kleid von Theresa Hirtzberger aus Spitz an der Donau. Neben ihrer engen Verbindung zu Mariazell und zur Volksmusik, ist die Schneiderin auch für Tradition und Qualität bekannt.

Im Rahmen der Begrüßungsandacht der Sänger- und Musikantenwallfahrt, wurde das Liebfrauenkleid am Freitag, dem 28. September um 17:00 Uhr an Pater Superior Dr. Michael Staberl übergeben. Am Samstag dem 29. September fand nach dem festlichen Einzug um 16:30 Uhr das Einkleidefest in der Basilika statt.

Die Geschichte der Sänger- und Musikantenwallfahrt 

Die erste Sänger- und Musikantenwallfahrt fand vom 20. bis 22. Mai 1977 statt. Hans Martschin aus Mariazell lud in Zusammenarbeit mit Wastl Fanderl, Volksmusikpfleger in Bayern, dazu ein. Aufgrund des großen Erfolges wurde vereinbart, die Wallfahrt im Vier-Jahresrhythmus zu wiederholen. 2018 organisieren Andreas Schweiger – Enkelsohn von Hans Martschin – und Vinzenz Härtel – Sohn von Hermann Härtel – die 11. Sänger- und Musikantenwallfahrt vom 28. September bis 30. September 2018 in Mariazell. Regionale Vielfalt prägte auch heuer die Teilnehmerliste der Wallfahrt. Mit dabei waren unter anderem Ausgfuxt aus der Steiermark, die Tanzhausgeiger aus Wien, die Edlitzer Weisenbläser aus Niederösterreich, das Anton Schosser Quartett aus Oberösterreich, Puchwieser Vier'gsang aus Salzburg, die Plettenberg Stammtischmusik aus Bayern, Dolna Krupa aus der Slowakei, die Mariazeller Landmusik und die Stadtkapelle Mariazell.

Festmesse der 11. Sänger- und Musikantenwallfahrt

Die Festmesse der Sänger- und Musikantenwallfahrt wurde von Erzabt Korbinian Birnbacher hauptzelebriert. Über 500 Pilger feierten gemeinsam die heilige Messe in der Basilika. Die Michael Haydn Messe wurde von den Edlitzer Weisenbläsern, dem Wienerwald Viergesang, und dem Anton Schlosser Quartett aufgeführt. In der Predigt beschrieb Erzabt Korbinian „die Hölle als Zustand“ anstelle eines Ortes. „Wir müssen gemeinsam suchen worauf es ankommt und aufhören in Schwarz und Weiß zu denken. Menschen sind immer fähig zu Korruption, Missbrauch und allem Bösem. Mariazell lebt allerdings nicht von der Sünde sondern davon, dass wir uns zum Wort Gottes versammeln, um unseren Glauben zu stärken und miteinander Kirche zu sein. Der Fokus soll auf dem Guten liegen! Dies bringt uns auf einen guten Weg auf dem wir uns nicht zu fürchten brauchen.“ Er zitierte den Leitspruch der Wallfahrt „Fürchtet euch nicht“ - wir stehen unter dem Schutz Gottes.